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Vergangene Veranstaltung der CVP 60plus: Vorausdenken ist besser als Nachdenken

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Vorausdenken ist besser als Nachdenken

Dieser Beitrag und das Bild wurden ohne Abänderung übernommen von infowilplus.ch. Der Verfasser des Artikels ist Vroni Krucker. Direktlink zum Artikel: Hier klicken.


Vorausdenken ist besser als Nachdenken

CVP60+ hatte mit Marcel Kreienbühl einen interessanten Referenten eingeladen.

Vroni Krucker

Der Vortrag verdeutlichte, wie wichtig das Vorausdenken ist, wenn der Mensch aus verschiedenen Gründen nicht mehr selber urteilen kann.

Der Gewölbekeller im Hof zu Wil war bis auf den letzten Platz besetzt. Fredie Rüegg begrüsste die interessierte Gästeschar und bot dem kompetenten Referenten Marcel Kreienbühl einen besonderen Willkommgruss. Er konnte aus einer reichen Erfahrung reden – unter anderem aus seiner Tätigkeit im Amtsnotariat Wil. „Man sollte das Thema anpacken solange es noch möglich ist, Testament und Vorsorgeauftrag schaffen Klarheit“, betonte er.

Neues Gesetz
„Seit dem 01.01.2013 besteht ein neues Gesetz, das grundsätzlich die Selbstbestimmung jeder einzelnen Person festhält“ erklärte der Referent. Dies komme in verschiedenen Bereichen zum Tragen wie Familienrecht, Erbrecht, Vormundschaftsschutz- und Erwachsenenschutzrecht. Ein grosser Teil des Vortrages gehörte dem Vorsorgeauftrag. Er tritt dann in Kraft, wenn die betroffene Person urteilsunfähig und auf Hilfe angewiesen ist, beispielsweise bei schwerer Krankheit, Unfall, Altersschwäche, Demenz usw. Mittel des Vorsorgeauftrag kann jede urteilsfähige Privatperson sicherstellen, dass dann jemand seine notwendigen Angelegenheiten erledigen kann.

Vorausdenken
Jeder urteilsfähige Mensch kann seinen Willen rechtzeitig festhalten und eine nahestehende, vertrauenswürdige und einverstandene Person mit dem Vorsorgeauftrag zur Regelung aller Angelegenheiten für den Fall der Urteilsunfähigkeit bestimmen. Der Auftrag beinhaltet zum Beispiel: testamentarische Festlegungen, Patientenverfügung, finanzielle und/oder religiöse Aspekte, Wünsche im Betreuungs- und Pflegefall usw. Das Dokument muss handschriftlich verfasst und unterschrieben oder von einem Notar beurkundet sein. Liegt ein rechtsgültiger Vorsorgeauftrag vor, können sehr oft Massnahmen der KESB vermieden werden.

Familienrecht
Auch hier gilt die Gleichberechtigung. Neu geregelt ist die Namensgebung bei der Heirat. Doppelnamen sind nicht mehr erlaubt. Die ganze Familie hat den gleichen Namen. Hingegen können Mann und Frau ihren Bürgerort behalten. Die Kinder erhalten denjenigen des Vaters.

Ehegüterrecht
Im Ehegüterrecht wird festgehalten, wem bei einer Auflösung der Ehe die Vermögenswerte (Geld, Objekte, wertvolle Gegenstände usw.) gehören und wie ein Vermögenszuwachs aufzuteilen ist. Die Ehepartner können die vom Gesetzgeber vorgegebenen Regelungen in einem gewissen Rahmen ihren individuellen Bedürfnissen anpassen. Durch einen Ehevertrag werden diese Anpassungen geregelt.

Erbrecht
Auch im Güterrecht und bei der Erbschaft sind wichtige Punkte festgelegt worden. Das Erbrecht nach ZGB folgt dem Blut nach, das heisst, je näher die Verwandtschaft, desto grösser der Erbanteil. Pflichtteile dürfen nicht angetastet werden. Zahlreiche Varianten gibt es dort, wo keine Kinder vorhanden sind. Sämtliche Privilegierungen gelten auch für eingetragene Partnerschaften.

Testament
Das eigenhändige Testament ist die einfachste Form, seine Wünsche verbindlich festzuhalten. Die eigenhändige letztwillige Verfügung ist vom Erblasser von Anfang bis Ende mit Einschluss der Angabe von Jahr, Monat und Tag der Errichtung von Hand niederzuschreiben sowie mit seiner Unterschrift zu versehen. Alle Erben und begünstigten Personen, Institutionen und Gegenstände sollen dabei möglichst vollständig mit Namen und Adresse angegeben werden. Es kann jederzeit widerrufen oder geändert werden.

Ein vielseitiges Gebiet
Die spannenden Ausführungen des Referenten zeigten die Vielseitigkeit dieser Art Verträge und deren umfassenden Möglichkeiten. Hier ist ein Laie schnell überfordert, was auch die Fragen aus dem Publikum bestätigte. Der Referent empfiehlt, sich mit Fachleuten zu beraten, welche die gesetzlichen Vorschriften und Bedingungen kennen und so für einen unantastbaren Vertrag sorgen.

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