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Vernehmlassung zum neuen Friedhof- und Bestattungsreglement

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Die Vernehmlassung wurde wie folgt am 29.12.2014 bei der Stadtkanzlei eingereicht:


Erster Teil
Die CVP Wil-Bronschhofen begrüsst insgesamt den Entwurf des Stadtrates für das neue Friedhof- und Bestattungsreglement. Es bringt eine zeitgemässe, einheitliche Regelung für die beiden öffentliche Friedhöfe in Wil (Altstatt, „Stadt des Friedens“) und Bronschhofen („Ebnet“) und bezieht dabei auch den Friedhof „Maria Dreibrunnen“ mit ein. Insbesondere befürworten wir im geplanten „Friedhof und Bestattungsreglement“:

  • dass der Stadtrat für Verstorbene anderer Glaubensgemeinschaften, namentlich solche muslimischen Glaubens, spezielle Grabfelder bezeichnen kann (Art. 9)
  • die Angleichung  der Grabesruhe bei den Erdbestattungen und Urnenbeisetzungen auf neu 20 Jahre (Art. 11).

Wir schlagen allerdings vor, bei ausreichenden Platzverhältnissen und Kostenübernahme durch die Angehörigen eine verlängerte Grabesruhe (total 25 Jahre) zumindest bei den Urnen-Reihengräbern zu ermöglichen (2. Absatz zu Art. 11, Text mit Begründung siehe S. 2, Anhang) die Aufnahme einer Strafnorm, wenn Reglementsvorschriften oder darauf ge   stützte Ausführungsbestimmungen missachtet werden (Art. 18). Diese sollte zusammen mit Art. 2 des Vollzugsreglements („Ruhe und Ordnung“) neu zumindest bei den Friedhof-Haupteingängen in Wil und Bronschhofen an einer gut sichtbaren Tafel angebracht werden.


Zweiter Teil
Beim „Reglement zum Vollzug des Friedhof- und Bestattungsreglements stellt die CVP Wil-Bronschhofen fest, dass der Stadtrat neu bei Art. 2, Abs. 1, generell das „Mitführen von Tieren“ auf die Friedhöfe untersagen will. Dies wird von uns grundsätzlich klar begrüsst, da es dem Gebot des schicklichen Benehmens auf dem Gelände der öffentlichen Grabstätten entspricht, wie es die überwiegende Mehrheit der Schweizer Gemeinden seit jeher praktiziert hat und nach wie vor praktiziert.

Allerdings bedeutet dies, dass die gängige Praxis beim Friedhof Altstatt („Stadt des Friedens“) geändert werden muss. An den Eingängen dieses Friedhofes stehen seit vielen Jahren Schilder, welche die Besuchenden lediglich auffordern, die Hunde beim Mitbringen auf den Friedhof „bitte an der Leine (zu) führen“. Immer wieder missachten einige Hundehaltende das leider auch, d.h. verstehen den Hinweis als blosse „Kann-Regel“. Dies hat andere Friedhofbesuchende stets zu Recht gestört.

Die CVP Wil-Bronschhofen vertritt deshalb hier folgenden Standpunkt:

  • Bei einer Annahme des Entwurfs des Vollzugsreglements gemäss Vernehmlassungsentwurf sind die bisherigen Schilder beim Friedhof Altstatt auf das Inkrafttreten des neuen Friedhof- und Bestattungsreglement zwingend zu entfernen.Sollte es infolge der jahrelangen Praxis in Wil nicht möglich sein, beim Friedhof Altstatt den Art. 2 in der vorliegenden, generell das Mitführend von Tieren untersagenden Form durchzusetzen, sollte jedenfalls ein Ergänzungssatz bei Art. 2 eingefügt werden, der etwa so lauten könnte: „Auf die Friedhöfe mitgeführte Hunde müssen zwingend die ganze Zeit an der Leine geführt werden.“Auch in diesem Fall wären die bisherigen Schilder beim Friedhof Altstatt zu entfernen bzw. zu ersetzen. 

Dritter Teil
Von Mitgliederseite her wurde ein weiteres Anliegen an die CVP-Parteileitung heran getragen: “Für die Friedhöfe Wil und Bronschhofen sollen in Zukunft weiterhin Erdbestattungen in Familiengräbern möglich sein.


Anhang
Friedhof- und Bestattungsreglement:
Ergänzungsvorschlag zu Art. 11 (2. Absatz) mit ausführlicher Begründung

Art. 11
Die Ruhezeit bei Erdbestattungen und Urnenbeisetzungen beträgt 20 Jahre.

Eine Grabesruhe von 25 Jahren für verstorbene Einwohnende der Stadt Wil kann bei Urnen-Reihengräbern bewilligt werden, sofern es die Platzverhältnisse erlauben und die Angehörigen die vollen Kosten für den verlängerten Grabunterhalt übernehmen.

Beim „Gebührentarif für Friedhof- und Bestattungswesen bräuchte es – bei der Annahme des Ergänzungsvorschlags zu Art. 11 – wohl einen Zusatzartikel, der die Gebühr für die verlängerte Grabesruhe bei einem Urnen-Reihengrab regelt (inkl. Bewilligungsgebühr).


Begründung für den zweiten Absatz:

  • Für Angehörige, die einen Menschen früh verloren haben, ist es manchmal sehr sehr schmerzhaft, wenn eine Grabstätte schon nach 20 Jahren entfernt wird.
  • Die „normale“ Grabesruhe von 20 Jahren entspricht dem Schweizer Minimum und kann grundsätzlich bei der stark gewachsenen Bevölkerung und den wie überall beschränkten Platzverhältnissen sicher nicht beliebig verlängert werden.
  • Es gilt indes gerade in mehreren Schweizer Städten mit ebenfalls beschränkten Platzverhältnissen (z.B. Baden oder Winterthur) nach wie vor die allgemeine Grabesruhe von 25 Jahren.
  • Die seit langem anhaltende Tendenz, dass die Urnen-Bestattung zum Normalfall wird, die wesentlich mehr Platz beanspruchende Erdbestattung hingegen zur Aus-nahme, schafft seit Jahren auch in Wil, gerade beim Friedhof Altstatt („Stadt des Friedens“), mehr als genügend leer stehenden Raum, welcher auch für spezielle Grabfelder genutzt werden kann.
  • Der Stadtrat spricht sich in den Erläuterungen gegen eine weitere Ausdehnung der Ruhezeit aus und verweist dabei konkret auf den Platzmangel bei einzelnen Grabkategorien (z.B. Urnenbeisetzung an der Lehmmauer, bei der runden Mauer oder im Gemeinschaftsgrab). Bei den Urnen-Reihengräbern trifft das jedoch so sicher nicht zu.
  • Im Weiteren argumentiert der Stadtrat mit erhöhten Kosten für die Stadt (Planungs- und Investi-tionskosten) sowie Grabunterhaltskosten für die Angehörigen und die Stadt. Dies ist zwar unbestreitbar, kann aber wohl nicht wirklich ins Gewicht fallen, wenn:
    • es gemäss Ergänzungsvorschlag bloss eine Verlängerungsoption auf maximal 25 Jahre geben soll, und dies ausschliesslich für Einwohnende der Stadt Wil;
    • die verlängerte Grabesruhe ausschliesslich bei genügend Platz und nur für eine einzige Grabkategorie, d.h. die Urnen-Reihengräber, angeboten werden soll;
    • die vollen Kosten für einen verlängerten Grabunterhalt (25 % mehr als im Normalfall) den Angehörigen übertragen werden. Damit ist sicher von Vornherein ausgeschlossen, dass es untragbar viele Anträge auf eine verlängerte Grabesruhe geben wird.
    • Selbstverständlich kann man ein Urnen-Reihengräber-Feld mit einer um 5 Jahre verlängerten Grabesruhe auch nur bei einem der drei Friedhöfe anbieten, falls es sonst (zu) grosse Planungs- oder Platzprobleme gäbe.

Wil, im Dezember 2014

Freundliche Grüsse
Roland Bosshart-Schaffhauser
Präsident CVP Wil-Bronschhofen

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